20. Apr. 2026 10:38Götz, Michael
Eine Stunde himmlisch gute Musik mit dem Mitteldeutschen Motettenchor
Der Mitteldeutsche Motettenchor gastierte am 18. und 19. April 2026 in der Kreuzkirche Dresden und gestaltete dort unter der Leitung von Landeskirchenmusiker Wilfried Scheel den Gottesdienst sowie die Vesper am Vorabend dieses Sonntags musikalisch aus. Die Einladung zu diesem Dienst darf als hohe Anerkennung der Qualität dieses Ensembles betrachtet werden – nicht zuletzt, wenn bedacht wird, dass dieses Gotteshaus die Hauptkirche der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Heimstatt des Dresdner Kreuzchores ist.
Die musikalisch-liturgische Tradition der Kreuzkirchvespern gilt als eine der ältesten und beständigsten weltweit. Seit mehr als 650 Jahren findet an jedem Sonnabend eine solche Vesper statt. Weder Reformation noch Kriegswirren konnten daran etwas ändern. Auch während des Zweiten Weltkriegs und trotz der schweren Zerstörung Dresdens im Februar 1945, als die Kreuzkirche ausbrannte, wurden die Vespern, teilweise an anderen Orten, bis zur Wiedereinweihung der Kirche im Jahr 1955 fortgeführt. Diese besondere Stunde der Kirchenmusik, die stets mit einem geistlichen Wort, diesmal von Superintendent Christian Behr, sowie Gemeindegesang, Gebet und Segen verbunden ist, nimmt inhaltlich das jeweilige Thema des Sonntags im Kirchenjahr auf. Am 18. April, dem Vorabend des Sonntags Misericordias Domini (lat. für „die Barmherzigkeit des Herrn“) stand das Bild von Jesus als dem guten Hirten im Mittelpunkt der Liturgie.
Mit der Kantate „Du Hirte Israel, höre“ von Johann Sebastian Bach kam dann auch ein Werk zur Aufführung, das durch seine pastorale Ruhe und kompositorische Dichte besticht. Mit den Solisten Stephan Scherpe (Tenor) und Daniel Blumenschein (Bass) sowie dem Kammerorchester Sinfonietta Dresden geriet dieses Stück zu einem musikalischen Höhepunkt des Nachmittags. Den instrumentalen Gegenpol dazu bildete Bachs Triosonate e-Moll, gespielt von Anton Matthes an der kürzlich sanierten großen Jehmlich-Orgel.
Neben der Barockmusik setzte das Programm weitere Schwerpunkte in der romantischen Chortradition. So erklangen zu Beginn Felix Mendelssohn Bartholdys doppelchöriges „Kyrie eleison“ sowie Charles Villiers Stanfords sechsstimmiges „Beati quorum via“. Mit Hans Fährmanns achtstimmiger Motette „Christus hat dem Tode die Macht genommen“ wurde zudem ein eng mit der sächsischen Orgeltradition verbundener Komponist gewürdigt. Den glänzenden Abschluss bildete schließlich das zeitgenössische „Cantate Domino“ des baskischen Komponisten Josu Elberdin.
Mit diesem bewegenden Auftritt setzte der bestens aufgelegte Mitteldeutsche Motettenchor diese jahrhundertealte Tradition eindrucksvoll fort und erfüllte an diesem sonnigen Frühlingstag der österlichen Freudenzeit die ehrwürdige Dresdner Kreuzkirche für eine Stunde mit himmlisch guter Musik.
Michael Götz
Konzertbesucher
Der Mitteldeutsche Motettenchor gastierte am 18. und 19. April 2026 in der Kreuzkirche Dresden und gestaltete dort unter der Leitung von Landeskirchenmusiker Wilfried Scheel den Gottesdienst sowie die Vesper am Vorabend dieses Sonntags musikalisch aus. Die Einladung zu diesem Dienst darf als hohe Anerkennung der Qualität dieses Ensembles betrachtet werden – nicht zuletzt, wenn bedacht wird, dass dieses Gotteshaus die Hauptkirche der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Heimstatt des Dresdner Kreuzchores ist.
Die musikalisch-liturgische Tradition der Kreuzkirchvespern gilt als eine der ältesten und beständigsten weltweit. Seit mehr als 650 Jahren findet an jedem Sonnabend eine solche Vesper statt. Weder Reformation noch Kriegswirren konnten daran etwas ändern. Auch während des Zweiten Weltkriegs und trotz der schweren Zerstörung Dresdens im Februar 1945, als die Kreuzkirche ausbrannte, wurden die Vespern, teilweise an anderen Orten, bis zur Wiedereinweihung der Kirche im Jahr 1955 fortgeführt. Diese besondere Stunde der Kirchenmusik, die stets mit einem geistlichen Wort, diesmal von Superintendent Christian Behr, sowie Gemeindegesang, Gebet und Segen verbunden ist, nimmt inhaltlich das jeweilige Thema des Sonntags im Kirchenjahr auf. Am 18. April, dem Vorabend des Sonntags Misericordias Domini (lat. für „die Barmherzigkeit des Herrn“) stand das Bild von Jesus als dem guten Hirten im Mittelpunkt der Liturgie.
Mit der Kantate „Du Hirte Israel, höre“ von Johann Sebastian Bach kam dann auch ein Werk zur Aufführung, das durch seine pastorale Ruhe und kompositorische Dichte besticht. Mit den Solisten Stephan Scherpe (Tenor) und Daniel Blumenschein (Bass) sowie dem Kammerorchester Sinfonietta Dresden geriet dieses Stück zu einem musikalischen Höhepunkt des Nachmittags. Den instrumentalen Gegenpol dazu bildete Bachs Triosonate e-Moll, gespielt von Anton Matthes an der kürzlich sanierten großen Jehmlich-Orgel.
Neben der Barockmusik setzte das Programm weitere Schwerpunkte in der romantischen Chortradition. So erklangen zu Beginn Felix Mendelssohn Bartholdys doppelchöriges „Kyrie eleison“ sowie Charles Villiers Stanfords sechsstimmiges „Beati quorum via“. Mit Hans Fährmanns achtstimmiger Motette „Christus hat dem Tode die Macht genommen“ wurde zudem ein eng mit der sächsischen Orgeltradition verbundener Komponist gewürdigt. Den glänzenden Abschluss bildete schließlich das zeitgenössische „Cantate Domino“ des baskischen Komponisten Josu Elberdin.
Mit diesem bewegenden Auftritt setzte der bestens aufgelegte Mitteldeutsche Motettenchor diese jahrhundertealte Tradition eindrucksvoll fort und erfüllte an diesem sonnigen Frühlingstag der österlichen Freudenzeit die ehrwürdige Dresdner Kreuzkirche für eine Stunde mit himmlisch guter Musik.
Michael Götz
Konzertbesucher



