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Mein Engel in Weiß

Mein Engel in Weiß


Einmal war ich Babysitter bei einem einjährigen Jungen. Ich hatte mich mit der Mutter bei der Kirche verabredet und ihn mit „Sack und Pack“ in mein Auto eingeladen und fuhr los. Da gab es einen lauten Krach unter meinem Auto. Ich war rückwärts über einen großen Stein gefahren und saß fest. Nichts ging mehr! Ratlos stand ich vor meinem Auto. Sollte ich den Abschleppdienst anrufen?

Gegenüber der Kirche am Haus stand ein Gerüst. Ein Maler im weißen Anzug arbeitete dort. Er sah mein Problem und kam herunter. Dann packte ich meinen Kofferraum aus mit dem ganzen Wochenendeinkauf, um an den Wagenheber zu kommen und er wartete geduldig. Er bockte dann mein Auto hoch und zog den großen weißen Begrenzungsstein hervor. Puh, geschafft! Das Auto war wieder fahrbereit. Ich bedankte mich in meiner Aufregung nur kurz und fuhr los. Zu Hause fiel mir dann ein, ich hätte ihm ein „Trinkgeld“ geben können. So schickte ich meinen Vater den nächsten Morgen zur Kirche, um ihm etwas zu überreichen und nochmals Danke zu sagen. Doch das Gerüst war weg und kein „Mann in Weiß“ zu sehen! Auch im nebenstehenden Pfarrhaus wusste man nichts von einem Gerüst oder Maler.

Für mich war das ein Engel, der mir geholfen hat und noch ein Grund mehr, um Gott zu danken.

Heike Vetterlein