lebens-weise

Buchkolportage

Buchkolportage


In den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts hießen die Buchevangelisten Kolporteure; zu ihnen gehörte meine Mutter bis zu ihrer Verheiratung. Auch damals war es kein Zuckerschlecken, mit christlichen Büchern in der Tasche durch die Lande zu ziehen. Da war manchmal eine besondere „Zuwendung“ Gottes notwendig. Am Ende eines „trüben“ Tages stand meine Mutter vor der Tür einer Frau, die ihr halberfreut-halbmisstrauisch Einlass gewährte. Sie interessierte sich für christliche Literatur, hatte aber schon Fehlgriffe getan, wie sie sagte. Meine Mutter war vertrauenerweckend und fähig zum Zuhören. So erzählte die Frau ihr einen Traum, den sie vor kurzer Zeit gehabt hatte. Sie sah in dem Traum ein Gebäude, auf dem eine Fahne wehte, auf der eine Schrift stand. Aber durch das Flattern der Fahne konnte sie nichts lesen. Sie wartete und plötzlich war die Fahne steif – wie aus Blech. Sie konnte lesen: „Hamburg 13 Grindelberg 15a“. Dies sah die Frau als einen Hinweis Gottes an und sagte sich: „Das muss das Gebäude eines christlichen Verlages sein. Wenn Sie solche Bücher haben, kaufe ich!“, sagte die Frau. Meine Mutter zeigte ihren Ausweis und sagte: „Von diesem Verlag komme ich.“ Die Frau war überaus erfreut und bestellte. Und meine Mutter dankte Gott überschwänglich für seine Zuwendung an diesem sonst erfolglosen Tag. Dies erzählte mir meine Mutter und ich habe es meinen eigenen Erfahrungsschätzen hinzugetan.

Annelis (Kopp) Vogel