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15 Jahre

15 Jahre

Im Alten Testament steht eine Begebenheit, die einen ganz direkten Einfluss auf mein eigenes Leben hat. In 2. Könige 20 steht die Geschichte von Hiskia und wie Gott sein Gebet erhörte:
Zu dieser Zeit wurde Hiskia todkrank. Und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz, kam zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der HERR: Bestelle dein Haus, denn du wirst sterben und nicht am Leben bleiben. Er aber wandte sein Antlitz zur Wand und betete zum HERRN und sprach: Ach, HERR, gedenke doch, dass ich vor dir in Treue und mit rechtschaffenem Herzen gewandelt bin und getan habe, was dir wohlgefällt. Und Hiskia weinte sehr. Als aber Jesaja noch nicht zum mittleren Hof hinausgegangen war, kam des HERRN Wort zu ihm: Kehre um und sage Hiskia, dem Fürsten meines Volks: So spricht der HERR, der Gott deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen gesehen. Siehe, ich will dich gesund machen – am dritten Tage wirst du hinauf in das Haus des HERRN gehen –, und ich will fünfzehn Jahre zu deinem Leben hinzutun und dich und diese Stadt erretten vor dem König von Assyrien und diese Stadt beschirmen um meinetwillen und um meines Knechtes David willen. Und Jesaja sprach: Bringt her ein Pflaster von Feigen! Und als sie das brachten, legten sie es auf das Geschwür, und er wurde gesund. (Luther, 2017)

Nach dem Bericht der Bibel lebte Hiskia tatsächlich noch 15 Jahre länger. Du fragst dich vielleicht, was diese Geschichte mit meinem Leben zu tun hat? Das will ich dir gerne erzählen:

Es war wohl im Jahre 1888, als ein 11-jähriges Mädchen mit Namen Margarete mit ihrem Bruder an einem Tag im August durch die Dorfgassen von Höchst im Odenwald lief. Es war der 3. Sonntag und Kirchweih. Ihre Mutter war todkrank, sie hatte eine schwere Lungenentzündung. Aus Gesprächen anderer Leute hörten die beiden Kinder, dass ihre Mutter sterben werde. Die Kinder erschraken sehr, aber Margarete erinnerte sich, dass sie im Religionsunterricht vom König Hiskia gehört hatte, der krank war und sich 15 Lebensjahre für sein Leben von Gott erbeten hatte und sie auch erhielt. Da ging Margarete in die Scheune, kniete in einer Ecke nieder und bat von Gott mit vertrauensvollem Herzen – so wie es oft nur Kinder vermögen – ihrer Mutter, wie dem König Hiskia, 15 weitere Lebensjahre zu schenken.

Tatsächlich erholte sich die Mutter von ihrer schweren Krankheit und wurde gesund. Ein Jahr später erhielt Margarete sogar noch ein kleines Brüderchen. Genau 15 Jahre nach dieser Gebetserhörung erkrankte die Mutter wiederum im August zur Zeit der Kirchweihe an Lungen- und Rippenfellentzündung und starb.

Das ist sicherlich eine sehr ungewöhnliche Begebenheit. Aber was hat sie nun mit mir zu tun? Zwei für mich wesentliche Ereignisse fanden innerhalb dieser 15 geschenkten Jahre statt:

Das 1. Ereignis:
Bald nachdem die Mutter der 11-jährigen Margarete –  Katharina Stammler (geb. Lohnes) – wieder gesundgeworden war, wurde Katharina schwanger und brachte noch einmal einen Sohn zur Welt. Und dieser Sohn mit Namen Wilhelm Stammler war mein Großvater, der Vater meines Vaters. Ohne das Gebet Margaretes um 15 weitere Jahre Leben für ihre Mutter, gäbe es meinen Großvater und damit meinen Vater und damit auch mich heute nicht. Und so kann ich heute etwas unbefangen sagen: Ohne Margaretes Gebet - meiner Großtante - würde ich euch heute nicht diese Erlebnisse erzählen können, weil es mich dann so nicht gegeben hätte.

Und das 2. Ereignis:
Während dieser 15 geschenkten Jahre, wurde meine Großtante, die damals 11-jährige Margarete, und später dann auch der neugeborene Junge - also mein Großvater Wilhelm - Adventisten. Ihre damalige Entscheidung hat sich dann durch meine Familie gezogen und so bin ich heute auch Adventist, und ein adventistischer Pastor, den es so ohne das Gebet des jungen Mädchens eben nicht gegeben hätte.

Ich verdanke also mein Leben und meinen Glauben dem Gebet eines 11-jährigen Mädchens, das im Religionsunterricht aufmerksam einer ungewöhnlichen biblischen Geschichte zugehört und sofort ganz konkret umgesetzt hatte. Ein herzliches Dankeschön an meine Großtante!

Und ich verdanke natürlich mein Leben einer schriftlich überlieferten Begebenheit, die sich vor mehr als 2500 Jahre ereignet hat und in 2. Könige 20 erzählt wird. Deshalb ein freundliches Dankeschön an den israelitischen König Hiskia, an den Propheten Jesaja und an Gott, unserem Schöpfer, dem Herrn über Leben und Tod. Danke Gott!

Wolfgang Stammler