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Gemeinschaftsbund der Evangelisch-methodistischen Kirche gegründet

Gemeinschaftsbund der Evangelisch-methodistischen Kirche gegründet

Der Vorstand des Gemeinschaftsbunds der Evangelisch-methodistischen Kirche. Hintere Reihe: Pastor Andreas Kraft, Superintendent Stefan Kraft, Pastor Steffen Klug; mittlere Reihe: Alexandra Brenner, Pastor Andreas Hertig, Claudia Kittsteiner; vordere Reihe

© Foto: Klaus Ulrich Ruof, EmK-Öffentlichkeitsarbeit

17. Februar 2021 | Frankfurt/Main | APD | Kategorie: APD

Der „Gemeinschaftsbund der Evangelisch-methodistischen Kirche“ wurde am 12. und 13. Februar gegründet. Corona bedingt musste die eigentlich als Präsenztreffen geplante Veranstaltung im Wesentlichen über die Ausstrahlung im Internet stattfinden. Deutschlandweit waren es rund hundert digitale Kontaktstellen.

Die jetzt vollzogene Gründung des Gemeinschaftsbunds ist das Ergebnis einer anderthalbjährigen Beratung des im Mai 2019 für den deutschen Teil der Evangelisch-methodistischen Kirche (EmK) gebildeten Runden Tischs, so Klaus Ulrich Ruof, Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher der EmK in Deutschland mit Sitz in Frankfurt am Main. Dabei ging es um unterschiedliche Sichtweisen in Fragen der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare und der Ordination Homosexueller. Der im vergangenen November vom Kirchenvorstand der EmK in Deutschland auf einstimmigen Vorschlag des Runden Tischs gefasste Beschluss sah die Gründung eines Gemeinschaftsbunds vor. Darin sollten Menschen und Gemeinden mit überwiegend konservativer Prägung in sexualethischen Fragen weiterhin innerhalb der Kirche eine Heimat haben können.

Außerdem beschloss laut Ruof der Kirchenvorstand die vorläufige Außerkraftsetzung einiger Passagen der Lehre und Ordnung der EmK mit negativen Äußerungen zur Homosexualität. Ziel dieses Teils der Entscheidung sei, dass sich in Deutschland die EmK stärker für Menschen in gleichgeschlechtlichen Beziehungen öffnen und auch ihnen in der Kirche eine Heimat bieten könne.

Trotz unterschiedlicher Meinungen zusammenbleiben

In seinem Grußwort zur Gründungsversammlung erinnerte Harald Rückert, der für Deutschland zuständige Bischof der EmK, an den fast genau ein Jahr zurückliegenden Moment des Durchbruchs bei den Beratungen des Runden Tischs. Damals habe die einstimmige Entscheidung dieser aus einundzwanzig Personen mit sehr unterschiedlichen Überzeugungen zusammengesetzten Gruppe den Weg freigemacht, um als EmK in Deutschland trotz unterschiedlicher Meinungen zusammenzubleiben.

Die Gründung des Gemeinschaftsbunds als Teil der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland habe, so Rückert, „in weiten Teilen der Ökumene viel Aufmerksamkeit erregt“ und „viel Zuspruch“ ausgelöst. Viele seien „beeindruckt, dass wir so weit gekommen sind mit dem ernsthaften Versuch ‚beisammenbleiben um Christi willen trotz unterschiedlicher Grundüberzeugungen‘“. Auch in der weltweiten EmK sei aufmerksam registriert worden, „was wir versucht haben: zusammen zu bleiben, gemeinsam in Gottes Mission zu stehen, im Wissen, dass wir einander in dieser Unterschiedlichkeit brauchen“.

In der Gesellschaft und auch in der Kirche würde zurzeit eher Spaltung, Abgrenzung und Trennung propagiert, bedauerte Rückert. Das geschehe leider auch in der eigenen Kirche weltweit. „Wir gehen einen anderen Weg in Deutschland“, betonte der Bischof demgegenüber. Er sieht darin „ein starkes Zeugnis“, das auch für die Gesellschaft bedeutsam sein könne.

Netzwerk mit hundert Hauskreisen geplant
Nach der Gründung des Gemeinschaftsbunds stünden die ersten Projekte an, um dem Bund Gestalt zu geben, erklärte Stefan Kraft. Er ist Superintendent für den EmK-Distrikt Essen sowie Leiter und Sprecher des Gemeinschaftsbunds. Vorrangig nannte er dabei ein als „Projekt 100 Hauskreise“ beschriebenes Netzwerk, mit dem Menschen verbunden werden sollten, welche die Anliegen des Gemeinschaftsbunds teilen. Des Weiteren würden Regionaltage geplant, die Organisation von Gebetsgruppen stehe an und es gehe um die Gewinnung von Mitarbeitern sowie die Entwicklung einer die Arbeit des Bundes unterstützenden Struktur. Interessenten könnten sich über die Internetseite des Gemeinschaftsbunds (www.gemeinschaftsbund.de) informieren und sich mit den Verantwortlichen in Verbindung setzen.

Zur Information
Der Gemeinschaftsbund der Evangelisch-methodistischen Kirche wurde am 12. und 13. Februar 2021 im „Haus Höhenblick“, eine christliche Freizeit- und Tagungsstätte der EmK in Braunfels (Hessen), gegründet. Das Leitungsteam des Bundes besteht aus drei Personen: Superintendent Stefan Kraft (Essen) ist der Leiter und Sprecher, Pastor Steffen Klug (Braunfels) ist für Geschäftsführung und Kommunikation zuständig, Pastor Andreas Kraft (Hamburg) hat den Schwerpunkt Förderung geistlichen Lebens. Diese drei Personen bilden zusammen mit neun weiteren Personen den Vorstand des Gemeinschaftsbunds. Dazu gehören: Alexandra Brenner (Bietigheim), Pastor Reiner Dauner (Nehren), Prof. Dr. Roland Gebauer (Reutlingen), Pastor Andreas Hertig (Lauter-Bernsbach), Dorothea Hinske (Kaiserslautern), Stefan Kehr (Aue), Claudia Kittsteiner (Berlin) und Pastor Christian Meischner (Schönheide).

Evangelisch-methodistische Kirche

In Deutschland zählt die EmK 49.111 Kirchenmitglieder und -angehörige in 437 örtlichen Gemeinden, die von 296 Pastoren und Pastorinnen betreut werden (Stand 31.12.2019). Weltweit gehören zur Evangelisch-methodistischen Kirche (United Methodist Church) rund zwölf Millionen Mitglieder. Insgesamt sind es über 51 Millionen Menschen, die zu Kirchen methodistischer Tradition sowie mit ihnen verbundener unierter und vereinigter Kirchen zählen. Weitere Informationen: www.emk.de.

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