Andachten

Andacht

Andacht 19. September 2022

19. September 2022 | Rolf J. Pöhler

Andacht 19. September 2022

Bildnachweis: Gerd Schmid

„Geh gleich auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Bettler, Verkrüppelten, Blinden und Gelähmten herein!“ Der Diener kam zurück und berichtete: „Herr, … noch immer sind Plätze frei!“ „Geh auf die Landstraßen“, befahl der Herr, „und wer auch immer dir über den Weg läuft, den bring her! Alle sind eingeladen. Mein Haus soll voll werden.“

Es sollte eine Traumhochzeit werden. Die prunkvolle Feier war bestens vorbereitet mit auserlesenen Speisen, aufwendiger Dekoration und stilvoller Musik. Die Mutter der Braut hatte keine Kosten gescheut: stolze 35.000 US-Dollar. Doch dann bekam der Bräutigam in letzter Minute kalte Füße, die Hochzeit platzte. Das Bankett zu stornieren war nicht mehr möglich. Was tun? Kari Duane, die Mutter der 27-jährigen Braut, hatte eine Idee. Kurzfristig lud sie die 120 Hochzeitsgäste wieder aus und machte aus dem Hochzeitsbüfett ein Festmahl für die Obdachlosen von Sacramento, der Hauptstadt Kaliforniens. Nun saßen die Bedürftigen im Kerzenschein an langen Tafeln in einem der nobelsten Hotels der Stadt, wurden bedient und genossen leckere Vorspeisen, saftige Steaks und ausgefallene Desserts. Kari Duane begrüßte persönlich die Gäste, die sich wie im Märchen gefühlt haben werden – oder vielleicht wie in dem Gleichnis, das Jesus erzählte. Dieses Mal ist es Gott, der in sein Reich einlädt – bei Lukas bildlich dargestellt als Festmahl. Matthäus beschreibt es als eine königliche Hochzeit. „Das Festmahl ist angerichtet, und das beste Fleisch wurde dafür gebraten. Alles ist bereit.“ (Mt 22,4 NLB) Doch die Gäste lassen sich entschuldigen oder bleiben einfach weg. Was tun? Wie die kalifornische Mutter der Braut reagiert auch der himmlische Vater des Bräutigams auf diese bittere Enttäuschung ganz anders als erwartet. Statt das Fest abzublasen, laden sie diejenigen ein, die am wenigsten damit rechnen können, willkommen zu sein. Und sie kommen – wohl eher zögerlich und manche erst nach liebevoller Nötigung. „Und der Hochzeitssaal war voll mit Gästen.“ (V. 10) Eine Geschichte mit Happy End? Kari Duane und ihre Tochter reisten nach Belize und verbrachten dort die verpatzten Flitterwochen. Wer die Ewigkeit mit dem himmlischen Bräutigam erleben wird, ist noch nicht abzusehen. Eingeladen sind alle, doch wer wird das Hochzeitsmahl tatsächlich essen? Zweierlei ist sicher: Du bist willkommen und diese Hochzeit wird nicht abgesagt!

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