Andachten

Andacht

Andacht 04. August 2022

04. August 2022 | Johannes Weigmann

Andacht 04. August 2022

Bildnachweis: Monika Breiholz

Man kann das Himmelreich auch am Beispiel der zehn Brautjungfern erklären, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen. Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren klug. Die fünf törichten nahmen kein Öl für ihre Lampen mit, doch die fünf anderen waren so umsichtig, zusätzliches Öl mitzunehmen. Als sich der Bräutigam verspätete, legten sie sich alle hin und schliefen. Um Mitternacht wurden sie von dem Ruf aus dem Schlaf gerissen: „Seht, da kommt der Bräutigam! Geht und begrüßt ihn!“

Warten! Worauf warten wir heute? Als ich in den 80er-Jahren mit dem Auto durch die Sahara fuhr und wir eine Panne hatten, machte sich einer von uns auf den Weg nach Algier, um die notwendigen Ersatzteile zu besorgen. Wir anderen blieben in der Wüste zurück und warteten auf seine Rückkehr. Wir kalkulierten eine Woche bis zur Rückkehr des Freundes, aber die Zeit verstrich. Es gab damals noch nicht die heutigen modernen Kommunikationsmittel, doch plötzlich, an einem Abend, war unser Freund zurück. Das Warten hatte sich gelohnt. Es gibt viele Dinge, auf die wir warten. Manchmal lohnt sich das geduldige Ausharren, manchmal auch nicht. Der Existenzphilosoph und Atheist Samuel Beckett stellte in seinem absurden Theaterstück „Warten auf Godot“ die Sinnlosigkeit des Wartens auf Gott dar. Zwei Landstreicher warten und warten, doch Godot – sie wissen nicht einmal, ob es ihn gibt – kommt nicht. Jesus erzählt das heute angeführte Gleichnis kurz vor seinem Tod und weist an vielen Stellen auf seine zweite Ankunft hin, auf die wir als Christen warten. Äußerlich waren die Brautjungfern sicherlich nicht zu unterscheiden, auch den „Ölstand“ der Lampen konnte man von außen nicht messen. Heute gibt es viele Menschen, die auf Jesu Wiederkunft hoffen, doch nicht alle sind gut darauf vorbereitet. So wie alle Jungfrauen eingeschlafen sind, werden viele Christen schläfrig. Aber was bedeutet eine gute und richtige Vorbereitung? Zunächst ist jeder für seinen geistlichen Zustand selbst verantwortlich. Wenn Jesus wiederkehrt, um sein Volk in den Himmel zu holen, müssen wir bereit sein. Geistliche Vorbereitung lässt sich nicht in letzter Minute „kaufen“ oder „leihen“. Es geht darum, eine persönliche Beziehung zu Gott zu pflegen, die Bestand hat.

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