Andachten

Andacht

Andacht 04.03.2021

04. März 2021 | Claudia Mohr

Andacht 04.03.2021

Bildnachweis: Monika Breiholz

Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen habt untereinander beharrliche Liebe.

Endzeitstimmung in Schweden. Im Mai 2018 ließ die Regierung eine Informationsbroschüre mit dem Titel: „Falls Krisen oder Krieg kommen“ (frei übersetzt) an alle 4,8 Millionen Haushalte austeilen. Es wurde darin von einer Bedrohung der Sicherheit und Unabhängigkeit gesprochen. In einzelnen Abschnitten stellte man unter anderem Cyberund Terrorattacken vor und informierte die Bürger, wie sie sich in einem Krisenfall zu verhalten haben. Es wurden einzelne Warnsignale erklärt, Bombenschutzkeller aufgeführt und Instruktionen zu Wasserversorgung und Krisenernährung gegeben. Illustrationen von Sirenen, Kampfflugzeugen und flüchtenden Familien verstärkten das Katastrophenszenario. Doch wie reagieren Menschen tatsächlich in einer Krise in der Größenordnung der Apokalypse? Dieser Frage wollte ein Team aus US-amerikanischen und koreanischen Wissenschaftlern nachgehen und führte eine Studie mithilfe eines asiatischen Online- Rollenspiels durch. Alles war den Nutzern möglich, aber sie wurden darüber informiert, dass nach elf Wochen ihr virtuelles „Ich“ gelöscht werden würde. Anschließend wurden alle 270 Millionen Datensätze ausgewertet. Das Ergebnis überraschte die Forscher. Statt des erwarteten Verhaltens wie gesteigertem Hedonismus, zunehmender Gesetzlosigkeit und Gewaltexzessen zeigten die Spieler vermehrtes soziales Verhalten und beschrieben ein höheres Glücksgefühl. Am Ende des Spiels waren mehr Freundschaften entstanden und die Kommunikation wurde allgemein friedlicher. Auch wenn die Studie nicht die Realität nachbilden kann, zeigt sich doch, dass der Mensch immer für eine Überraschung gut ist. Gerade in Krisenzeiten kann sich wahre charakterliche Größe zeigen. Viele herzergreifende Berichte aus den zwei Weltkriegen belegen dies. Mitten im Chaos offenbarte sich Mitmenschlichkeit dort, wo man sie nie erwartet hätte. Nächstenliebe lässt sich nicht töten, denn Gott ist die Liebe. Deswegen können wir Christen sicher sein, Gottes Liebe wird uns hindurchtragen. Die Liebe wird triumphieren, egal was kommen wird. In dieser Gewissheit können wir Gottes Liebe weitergeben. Auch in Krisenzeiten, gegenwärtigen wie zukünftigen.

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