Andachten

Andacht

Andacht 02.03.2021

02. März 2021 | Joachim Hildebrandt

Andacht 02.03.2021

Bildnachweis: raichinger / photocase.de

Denn darin [im Evangelium] wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht: „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“

Gerechtigkeit war in der Politik eines der herausragenden Themen im Wahljahr 1917 – die Partei der Unabhängigen Sozialdemokratie wurde gegründet. Diese hoffte durch ihr Versprechen von mehr Gerechtigkeit, an die Macht zu kommen. Der Begriff Gerechtigkeit bezeichnet einem Wörterbuch nach das „Prinzip eines staatlichen oder gesellschaftlichen Verhaltens, das jedem gleichermaßen sein Recht gewährt.“ Diese Art von Gerechtigkeit hat es in unserer Welt nie gegeben und kommt einer Unmöglichkeit gleich. Denn Politik könnte nur bessere Voraussetzungen der Gütergerechtigkeit und Chancengleichheit schaffen, jedoch kein Ideal erfüllen. Das neue Testament spricht dagegen von Gerechtigkeit des Menschen vor Gott. Ganz zentral wird die Frage aufgeworfen, wie wir mit unserer Schuld vor Gott, dem gerechten himmlischen Richter, am Tag der Wiederkunft bestehen können. An dieser Frage hat sich Luther im Kloster seelisch und physisch fast zu Tode gequält. 1512 entdeckte er im Turm des Wittenberger Klosters in der Bibel ein Versprechen, das ihn von dem Kreislauf seiner Sündhaftigkeit freisprach und die gesamte Kirchengeschichte beeinflusste. Über die Bedeutung des Evangeliums wird gesagt: „Diese Botschaft ist die Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt – die Juden zuerst, aber auch alle anderen Menschen. Sie zeigt uns, wie Gott uns gerecht spricht. Dies geschieht allein durch den Glauben. Denn es heißt schon in der Schrift: „Durch den Glauben hat ein Gerechter Leben.“ (Röm 1,16–17 NLB) Die Gerechtigkeit, die uns aus unserer sündhaften Verlorenheit befreit, ist von Gott eine dem Glaubenden verliehene und geschenkte. Davon berichtet bereits das Alte Testament: „Und Abraham glaubte dem HERRN und der HERR erklärte ihn wegen seines Glaubens für gerecht.“ (1 Mo 15,6 NLB) Nachdem Luther die Bedeutung göttlicher Gerechtigkeit erkannt hatte, war er ein für alle Mal von seinen Gewissensqualen befreit: „Nun ist’s ein trefflich großes Ding und ein Schatz über alles, ... dass das Herz sich seiner Gnade gewisslich kann trösten und rühmen.“

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