Andachten

Andacht

Andacht 18.09.2020

18. September 2020 | Reinhold Paul

Ein kleines rosa Herz liegt auf einem Holzschneidebrett.

Bildnachweis: madochab / photocase.de

Er hat das Wort dem Volk Israel gesandt und Frieden verkündigt durch Jesus Christus, welcher ist Herr über alles.

Ich war 1945 noch keine 17 Jahre alt, als ich zum Kriegsdienst einberufen wurde. Als Division „Turnvater Jahn“ hatten wir schon drei Kämpfe um Berlin hinter uns.
Eines Nachts träumte ich, dass ich erschossen wurde. Ich hörte den lauten Knall, fiel rückwärts um und war tot. Ich empfand tiefes Mitleid, aber nicht mit mir selbst, sondern mit meinen Eltern. Wie furchtbar würde diese Todesnachricht sein: Ihr einziger Sohn war gefallen.
Ich begann zu grübeln. War ich denn wirklich tot? Heißt es in der Bibel doch: „Die Toten aber wissen nichts.“ (Pred 9,5) Aber ich dachte nicht nur, sondern war voller Mitleid. Ich traute mich nicht, mich zu bewegen, denn ein Toter könnte das doch nicht. Schließlich wagte ich es dennoch ganz zaghaft mit dem Zeh. Als es gelang, sprang ich auf und war überglücklich, dass das alles nur ein Traum war. Den wirklichen Krieg und Tod allerdings gab es immer noch. Beide Seiten hatten unzählige Verwundete und Tote zu beklagen.
Der Friede ist in unserer Welt mittlerweile zur Mangelware und der Krieg fast zum Normalzustand geworden. Er hat immer wieder Blut und Tränen, Grauen und Tod gebracht.
Eine Studie der Norwegischen Akademie der Wissenschaften hat sorgfältig die Geschichte von 3600 v. Chr. bis 2000 n. Chr. durchforscht. In diesen 5600 Jahren wurden rund 14.600 große und kleine Kriege geführt, aber nur 292 Jahre lang gab es wirkliche Friedensjahre. 3,6 Milliarden Menschen kamen währenddessen ums Leben. Sie fielen im Kampf, verhungerten oder wurden Opfer von Seuchen.
Die Kosten für die Kriege in eine Zahl zu fassen, sagt uns nicht viel, aber ein Bild macht sie anschaulich: Mit ihnen könnte man einen Goldring von 156 Metern Breite in Auftrag geben, der um die ganze Erde reichen würde.
Gibt es denn keinen Weg zu dauerhaftem Frieden? Den Grundstein für den Frieden legte einst Jesus Christus. Er starb, um alle Sünden und damit auch Kriege und den Tod für immer zu beseitigen. Ich freue mich darauf, wenn es endlich so weit sein wird.

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