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Christlicher Lebensstil

Wir sind berufen, ein gottesfürchtiges Volk zu sein, das in Übereinstimmung mit den Grundsätzen des Wortes Gottes denkt, fühlt und handelt. Damit der Heilige Geist in uns einen Christus ähnlichen Charakter ausprägen kann, beschäftigen wir uns bewusst mit dem, was in uns Reinheit, Gesundheit und Freude fördert.
Freizeitgestaltung und Unterhaltung sollen dem hohen Anspruch von Geschmack und Schönheit entsprechen,wie sie christlichem Glauben angemessen sind. Während wir durchaus kulturelle Unterschiede berücksichtigen, sind wir darauf bedacht, uns schlicht, anständig und geschmackvoll zu kleiden; denn wahre Schönheit besteht nicht in Äußerlichkeiten, sondern in dem unvergänglichen Schmuck der Freundlichkeit und Herzensgüte. Das schließt auch ein, dass wir für unseren Leib, der ein Tempel des Heiligen Geistes ist, in vernünftiger Weise Sorge tragen.
Neben ausreichender körperlicher Bewegung und Ruhe wollen wir uns so gesund wie möglich ernähren und uns der Speisen enthalten, die in der Heiligen Schrift als unrein bezeichnet werden. Weil wir uns nicht schaden wollen, enthalten wir uns auch alkoholischer Getränke, des Tabaks, jeglicher Drogen und lehnen den Missbrauch von Medikamenten ab. Stattdessen befassen wir uns mit dem, was unsere Gedanken und unseren Körper unter den Einfluss Christi stellt. Er wünscht uns Freude, Gesundheit und Wohlergehen.
| Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten, Nr. 22

Zwischen Askese und Ausschweifung

Maßhalten ist angesagt! Praktisch bedeutet das, eine ausgewogene Lebensweise zu kultivieren, die extreme Haltungen und Verhaltensweisen meidet und auf eine gute Balance in allen Dingen achtet: Essen und Trinken, Arbeit und Freizeit, Körperpflege und Kleidung – ja, auch Religion und Ethik. Zuviel ist zuviel, auch vom Guten. „Sei nicht allzu gerecht und nicht allzu weise“, heißt es in der Bibel (Prediger 7,16), was wohl so viel bedeutet wie: „Übertreib es nicht mit der Rechtschaffenheit und bemühe dich nicht zu sehr um Wissen!“ (GNB) Gerechtigkeitsfanatiker oder Leute, die die Relativitätstheorie erklären, aber keinen Nagel in die Wand schlagen können, sind kein Musterbeispiel für Ausgewogenheit. Auch ihnen gilt der weise Rat: „Halte dich in der Mitte, wenn du das Maß nicht verlieren willst; der Platz in der Mitte ist sicher.“(Bernhard von Clairvaux)

Auch Christen stehen in der Gefahr, in extreme Einstellungen und Gewohnheiten zu verfallen. Bereits in biblischer Zeit gab es Menschen, die den Glauben an Gott vergeistigten und alles Irdische und Materielle – darunter auch den eigenen Körper – gering schätzten oder sogar verachteten. Dieses Denken prägte das Christentum über viele Jahrhunderte hinweg – teilweise bis zum heutigen Tag. Genuss und Lebensfreude, Schönheit und Anmut, Lust und Verlangen gelten in manchen Kreisen als mehr oder weniger sündig.

Was Spaß macht, gut tut oder gefällt, wird mit dem Makel des „Weltlichen“ behaftet. Wer dagegen ein „heiliges“ Leben führen will, übt sich in strenger Askese und Verzicht (Kolosser 2,20-23; 1Timotheus 4,3).

Paradoxerweise kann Leibfeindlichkeit aber auch dazu führen, dass der Körper aus der Zuständigkeit des Glaubens gelöst und sich selbst – also der Triebhaftigkeit des Menschen – überlassen bleibt. Körperlicher Raubbau aus Mangel an Schlaf oder Bewegung, Unmäßigkeit im Essen und Trinken, Konsum von Rausch- und Suchtmitteln sowie sexuelle Freizügigkeit werden einer moralischen Bewertung entzogen oder als „lässliche Sünden“ angesehen. Statt Zucht regiert Zügellosigkeit , Askese weicht der Ausschweifung, Körperpflege mutiert zum Körperkult, Leibverachtung schlägt um in Leibvergötterung (1 Korinther 6,9-20).

Ein Tempel zur Ehre Gottes

Diese beiden Haltungen sind bestenfalls Karikaturen, verzerrte Widerspiegelungen eines christlichen Lebensstils, wie er sich aus dem biblischen Zeugnis ergibt. Demnach ist unser Körper weder eine wertlose Ruine noch das Ziel selbstverherrlichender Rituale, sondern ein Tempel, in dem der Heilige Geist residieren möchte. „Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch wohnt?“ fragte Paulus die Gläubigen in Korinth, die ihre exzessive Lebensweise mit dem Hinweis auf ihre christliche Freiheit rechtfertigen wollten. Nein, sagt der Apostel, ihr könnt mit eurem Körper nicht einfach machen, was ihr wollt. „Gott hat euch seinen Geist gegeben und ihr gehört nicht mehr euch selbst.“ (1 Korinther 6,19 GNB)

Freiheit – Mündigkeit – Verantwortung

Wer meint, die Anerkennung des Herrschafts- und Besitzanspruchs Gottes auf unser Denken und Tun sowie die Beachtung biblischer Lebensregeln und Grundsätze beschneide die menschliche Freiheit, irrt sich. Niemand ist wirklich frei, der sich oder anderen Schaden zufügt. Was auf den ersten Blick als ein Gewinn an persönlicher Freiheit erscheinen mag, entpuppt sich im Nachhinein oft genug als leeres Versprechen, wenn nicht gar als arglistige Täuschung. Kein Mensch wollte jemals alkohol-, drogen- oder tablettensüchtig werden, ein Raucherbein bekommen oder an Lungenkrebs sterben. Niemand möchte sein Vermögen verspielen, eine glückliche Ehe zerstören oder an AIDS zugrunde gehen. Trotzdem ist das der millionenfach bezahlte Preis unserer Freiheit – oder was wir Menschen dafür halten.

Doch „Freiheit ist nicht die Willkür, beliebig zu handeln, sondern die Fähigkeit, vernünftigzu handeln“ (Rudolf Virchow). Um diese Freiheit geht es Gott. Weil er unser Bestes will, gab er uns Ordnungen und Regeln, die unser Leben und unsere Gesundheit schützen. Nicht weil sie falsch oder schädlich sind, missachten wir sie, sondern weil uns Einsicht und Kraft fehlen, konsequent danach zu leben.
Wohnt aber der Geist Gottes in uns und räumen wir ihm das „Hausrecht“ in seinem Tempel ein, dann wird er unser Denken und Handeln so prägen, dass wir unseren besten Überzeugungen und Werten folgen. Wir können dann sagen: „Jetzt habe ich ein neues Leben! Es wird nicht mehr von meinem alten Ich bestimmt, sondern von dem auferstandenen Christus, der in mir lebt.“ (Galater 2,20) Das ist attraktiver christlicher Lebensstil!

© Siebenten-Tags-Adventisten in BMV

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