30 Jahre Marzahn - 20 Jahre Adventgemeinde - 10 Jahre Kinder helfen Kindern
Ein Blick zurück: 1979 wird in Berlin ein neuer Stadtbezirk gegründet. Auf der grünen Wiese und den Rieselfeldern waren schon einige Jahre zuvor Plattenbauten errichtet worden -
das DDR-Wohnungsbauprogramm in Reinkultur. Natürlich wohnen auch Christen in Marzahn, erste Gemeinden entstehen, auch mehrere Kirchen werden gebaut. 1989/90 gründet sich die Adventgemeinde Berlin-Marzahn. Von Anfang an ist sie hier als Mieter im Evangelischen Gemeindezentrum Marzahn-Nord zu Hause. Ein wenig versteckt hinter Elfgeschossern aus Stahlbetonplatten steht die kleine Kirche in der Schleusinger Straße 12. Dort versammeln wir uns jeden Sabbat zum Gottesdienst.
Heute ist es anders. Sabbatmorgen 8.00 Uhr: alles ist noch ruhig. Die Marktstände sind noch leer, das Riesenrad ist noch nicht in Bewegung und auch auf der Bühne ist noch nichts los. Der Soundcheck kommt später. Wir schreiben den 12. September 2009 : Berlin-Marzahn (exakt: der Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin) feiert seinen 30. Geburtstag: Der Plattengeburtstag...
Im Wuhletal auf der Festwiese gegenüber den „Gärten der Welt“ ist ein großes Volksfest aufgebaut. Ein Stand 3 x 2 m auf dem Marktplatz wird von uns dekoriert und bestückt für die Aktion „Kinder helfen Kindern“. Insgesamt 5 Stände nebeneinander bilden die „Kirchenmeile“ an einem Hauptweg, gegenüber von der Kindermeile mit Hüpfburg und Feuerwehr. Klasse Standort - Danke Gott. Nun kommen auch schon die ersten Gäste auf den Platz.
Es wird 11.00 Uhr, der Posaunenchor beginnt zu spielen und der ökumenische Gottesdienst auf der großen Bühne am anderen Ende des Platzes beginnt. Die Christen aus Marzahn-Hellersdorf haben dazu eingeladen und es sind auch zahlreiche Gäste vor der Bühne dabei, als Matthias Scheel, Pastor der Adventgemeinde Berlin-Marzahn, in seiner Predigt über Ps. 103 dazu auffordert, sich aus Anlass des 30. Geburtstags von Berlin-Marzahn 30 gute Gründe aufzuschreiben, wofür Gott gelobt werden kann. Auch der Handglockenchor und der Pop-Gospelchor aus Biesdorf finden Beifall.
Nach dem Gottesdienst spricht die Bürgermeisterin und gibt den Geburtstagskuchen zum Anschnitt frei. Aber da sind wir schon wieder am ADRA-Stand und müssen auch nicht lange auf „Besuch“ warten. Bei strahlendem Sonnenschein stehen die Kinder mit ihren Eltern teilweise geduldig an, um sich im Gesicht schminken zu lassen, während wir das Projekt „Kinder helfen Kindern“ den Eltern oder Großeltern erklären und zum Mitmachen einladen. Gerade, dass es nicht vordergründig um das Sammeln von Geldspenden geht, sondern um Sachspenden und Mithilfe, beeindruckt die Menschen im Gespräch.
Jedes Kind, das es möchte, bekommt eine Gipsfigur zum Anmalen geschenkt und eine zweite dazu, die für ein Kind in der Ukraine bemalt werden soll. Die Abgabe wird möglich sein, wenn wir im November wieder unsere Sammelstelle in der Marzahner Promenade, der Fussgängerzone, haben werden. Wie schon im vergangenen Jahr stellt uns die DEGEWO - Wohnungsgesellschaft die Räume zur Verfügung. Es ist eine ehemalige „Schlecker-Filiale“ mit LKW-Laderampe an der Rückseite, und Schaufenstern nach vorne. Dort wollen wir Spenden sammeln, Päckchen packen und Kontakte knüpfen. Auch die anderen Päckchen aus Berlin-Brandenburg werden dann dort ankommen.
Die Flyer gehen gut weg, wir haben sie mit Adressaufklebern komplettiert, wo auch die Adresse der Abgabestelle und der Termin draufsteht. Zusätzlich sind die Roll-Ups von ADRA und „Kinder helfen Kindern“. natürlich ein Blickfang und wer möchte, kann sich die DVD vom Vorjahr am Stand ansehen oder mitnehmen. Auch auf den Hope-Channel können wir (dank UMTS) live umschalten und live z.B. die Sendung „ADRA aktuell“ ansehen. Hier bauen sich Brücken für Gespräche, und Programme von HopeChannel und Anmeldekarten für die Bibellehrbriefe können an Erwachsene und natürlich auch an die Kinder verteilt werden. Gleich neben „unserem“ Stand ist der Stand der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in Marzahn-Hellersdorf. Hier liegen neben Bibeln auch Bücher, die die Adventgemeinde mitgebracht hat und werden verschenkt. Eine Frau fragt, was kostet denn das Buch? Antwort: Es ist umsonst, aber wenn Sie möchten, spenden Sie nebenan was für die Kinderaktion... Eine schöne Erfahrung ökumenischer Zusammenarbeit.
Gegen 16.00 bekommen wir „hohen“ Besuch: Petra Pau, unsere Bundestagsabgeordnete besucht das Fest und bleibt zum Gespräch an unseren Stand stehen. Sie zeigt großes Interesse an der Arbeit von ADRA und fragt detailliert nach Hintergründen.
Kurz vor 19.00 Uhr machen wir den Stand dann „nachtsicher“, denn ab 20.00 werden „DIE PRINZEN“ auf der großen Bühne spielen - u.a. „Alles nur geklaut“. Wir danken Gott (und dem Wachschutz des Platzes) dafür, dass das nicht für unseren Stand galt. Am nächsten Morgen ist noch alles an seinem Platz und wir können Tag „Zwei“ beginnen. Ein bisschen Regen in der Nacht sorgte dafür, dass es nicht ganz so staubig auf dem Platz ist wie gestern. Heute ist der Himmel bewölkt und ab und zu regnet es auch mal, trotzdem sind wieder viele Menschen und vor allem viele Kinder unterwegs und schauen sich unsere und die anderen Angebote an.
Zwei Schwestern aus unserer Gemeinde sitzen am Stand und stricken „live“ Socken. Dadurch haben nicht nur Kinder, sondern auch „Sockenstrickerinnen“ (und solche, die es lernen wollen) Interesse gezeigt. Wir spüren, wie vielfältig die Potentiale sind, die in „Kinder helfen Kindern“ stecken. Es ist ein generationsübergreifendes Projekt. Und durch die Vernetzung mit ADRA, Hope-Channel, IBSI und DVG ergeben sich in den Gesprächen mehrfach spontane Anknüpfungspunkte, an die man zu Gesprächsbeginn vielleicht gar nicht gedacht hat. Gut, dass wir im Vorfeld genug Material bekommen haben und danke dafür an Zentrallager und Stimme der Hoffnung.
Wir lernen Menschen kennen und bekommen Kontakte. Von einer Frau (sie kann wegen eines Schlaganfalls nicht mehr stricken) bekamen wir ca. 4 kg Wolle geschenkt, die wir noch am gleichen Abend bei ihr zu Hause abgeholt haben. Sie will unbedingt das Projekt unterstützen.
Eine Mutti will 500 Flyer bestellen, die sie in 2 Schulen ihrer beiden Kinder (Grundschule und Gymnasium) verteilen will. Auch in öffentlichen Einrichtungen des Bezirks und Vereinen wollen Standbesucher die Flyer auslegen.
Wie geht es weiter? Am 26.09.2009 gibt es einen Familien- und Kindergottesdienst im Gemeindezentrum, die Einladungen dafür gab es auch am Stand, im November begehen wir das 20. Gründungsjubiläum der Adventgemeinde geben. Die Stimme der Hoffnung wird uns am 7.11. besuchen und am 14.11. setzen vormittags ein Festgottesdienst und abends ein Konzert Höhepunkte zu unserem 20. Geburtstag als Adventgemeinde in Berlin-Marzahn.
Viele Kinder haben sich „verpflichtet - per Ehrenwort“, die zweite Gipsfigur zu bemalen und vorbeizubringen im November, wenn die Sammelstelle geöffnet sein wird. In der Fußgängerzone von Marzahn, der Marzahner Promenade 46, werden wir dann vom 15.11. bis 27.11.2009 zu finden sein. Am 30.11. gibt es in der Kirche dann eine Adventfeier für die Kinder des Wohngebiets. Anfang Dezember werden die Pakete dann auf die Reise in die Ukraine gehen.
Wer uns besuchen möchte, kann gerne auf einen Schnack vorbeikommen. Noch besser: für einige Stunden oder einen Tag beim Vorbereiten, Packen oder Sortieren helfen oder die Kinder dabei anzuleiten. Oder Freunde mitbringen, oder, oder, oder...
Hilfe und Ideen sind jederzeit willkommen - Kontakttelefon: 030 20157061 (Matthias Scheel)
Ullrich Hofmann, Adventgemeinde Berlin-Marzahn





