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Andacht 08.12.2017

08.12.2017 | von Beate Strobel

Weigand | photocase.de

Weigand | photocase.de

„Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast; denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.Lukas 2,29-30

Der alte Mann Simeon, der diese Worte im Tempel sprach, als er das neugeborene Kind in seinen Armen hielt, spürte, wie eine tiefe Freude ihn erfüllte. Nun könne Gott ihn „ihn Frieden fahren“ lassen.

Welch eine tröstliche Formulierung für das Ster­ben! Sie drückt aus, was sich viele Menschen zutiefst wünschen: Sie möchten, bevor sie „in Frieden dahin­fahren“, noch etwas Bestimmtes sehen oder sagen. Dann können sie loslassen. Simeon hatte nun gese­hen, wonach er sich aus tiefstem Herzen gesehnt hat­te. Dass sich der alte Simeon und Jesus, der Messias, begegneten, ermutigt bis heute, mit dem Hoffen nicht aufzuhören.

Es fällt einem nicht immer leicht, an dem festzu­halten, worauf man hofft. Manche erleben, wie ihre Träume und Vorstellungen zerbrechen. Im Beruf hatte man sich manches anders vorgestellt, oder da, wo man sich engagiert hat - im Verein, in der Politik oder in der Kirchengemeinde. Man hat sich Gedanken ge­macht und etwas geplant, und dann ist alles ganz anders gekommen. Oder man wird von anderen Men­schen enttäuscht, eine Liebe endet, etwas zerbricht und lässt sich nicht mehr kitten. Man steht vor einem Scherben-haufen, verliert seine Hoffnung. Wer weiß, dass er in seinem Kummer nicht allein ist, kann sich eher für Hilfe öffnen und auch schwierige Zeiten über­stehen.

Was von Simeon erzählt wird, zeigt, wie das gelin­gen kann. Er ging an einen Ort, wo man Gott begeg­nen konnte: in den Tempel. Geduldig hoffte er, auch als lange nichts von dem Erhofften zu sehen war. Er ließ sich durch Gottes Geist führen und erkannte, dass in Jesus Gott selbst mit seiner Liebe in die Welt gekommen war. Simeon wurde durch das Kind im Arm zufrieden, auch wenn er nicht wusste, was die­sem Jesus später alles passieren würde; dass dieser dem Leid seiner Mitmenschen nicht ausweichen wür­de, nicht den Kranken, nicht den Zu-kurz-Gekommenen. Dass er gerade zu denen gehen und sie trösten würde, die Ungerechtigkeit erfahren haben.

Jesus steht für die Hoffnung, dass die Liebe unter den Menschen lebt. An jedem Tag kann man ihr in einem anderen Menschen begegnen; in jemandem, der zu einem hält, in jemandem, der einen braucht.

Wie gut, dass die Weihnachtsgeschichte weitergeht mit Simeons Geschichte!

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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