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Andacht 14.09.2017

14.09.2017 | von Werner E. Lange

kallejipp © photocase.com

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Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plagen hat. Matthäus 6,34

Jesus gab hier mit dem letzten Satz eine sehr nüchter­ne Einschätzung der menschlichen Realität, auch der Realität eines Christen, denn er sprach zu seinen Jün­gern: „Jeder Tag hat seine eigene Plage.“ Wir mögen dabei an die Plagen über Ägypten oder an die sieben letzten Plagen denken. Das würde aber bedeuten, dass Gott diese Art Plage verursachen würde. Doch das ist mitnichten der Fall. Hier wird im griechischen Grund­text nicht das Wort für Plage (plēgē), sondern das Wort kakia gebraucht. Es bezeichnet im Neuen Testa­ment das Schlechte, das Böse („Bosheit“ vgl. Apg 8,22; Röm 1,29). Und damit ist impliziert, dass es von dem Bösen, von Satan stammt. Es geht hier nicht um die täglichen „Lasten“, wie viele moderne Übersetzungen es ausdrücken.

Dass das Leben vom Schlechten und Bösen ge­kennzeichnet ist, braucht uns Jesus eigentlich nicht zu sagen - das ist unsere Erfahrung. Und wenn es uns gerade recht gutgeht und das Schlechte und Böse fern von unserem persönlichen Leben zu sein scheint, dann brauchen wir nur die täglichen Nachrichten zu sehen. Die Bibel zeigt, dass das Leben mit Gott kein Leben frei von Problemen und Schwierigkeiten ist - im Gegenteil, wie die Erfahrungen von Hiob oder Paulus beweisen.

Die Aussage von Jesus war ja auch nicht in erster Linie als eine Aussage über den Zustand dieser Welt oder des christlichen Lebens gedacht, sondern eine Begründung für seine Aufforderung, sich dennoch keine unnötigen Sorgen um das Lebensnotwendige für den morgigen Tag oder die Zukunft zu machen. Und selbst das Böse und Schlechte muss uns nicht schrecken, denn Jesus hat das Böse (und den Bösen) überwunden, und Gott kann sogar negative Dinge „zum Guten mitwirken“ lassen (Röm 8,28 EB).

Jesus hat uns versichert, dass Gott unser „himm­lischer Vater“ ist, der weiß, in welcher Situation wir leben und was wir zum Leben benötigen (Mt 6,32). Und er hat uns versichert, dass Gott für uns als seine Kinder sorgt. „Der morgige Tag wird für das Seine sorgen“ - nicht als Automatismus, sondern weil Gott dafür sorgt.

Machen wir uns also keine unnötigen Sorgen um den morgigen Tag - trotz all des Bösen und Schlechten um uns und in der Welt. Leben wir heute im Vertrauen auf Gott!

© Advent-Verlag Lüneburg - mit freundlicher Genehmigung

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